Ein altes Kloster geht neue Wege

Über 30.000 Gäste nahmen im vergangenen Jahr (2016) an unseren Kursen, Führungen, Einkehrtagen und anderen Veranstaltungen teil. Café-Besucher, Kunden, Touristen ohne Führung usw. gar nicht mitgerechnet.

Die Kirchengemeinde St. Josef und das Bistum Münster freuen sich gemeinsam mit der Stadt Kamp-Lintfort über die hervorragende Entwicklung, die sich im Geistlichen und Kulturellen Zentrum im Kloster Kamp vollzogen hat. In das alte Klostergebäude ist - nach dem Weggang der Karmeliter - neues Leben eingezogen. Binnen zweier Jahre ist die Teilnehmerzahl um ein Drittel gestiegen.

Wichtig war und bleibt es, dass dieses Zentrum von Kirche und Stadt gewollt, entwickelt und gefördert wird.

Weil alles Neue auch eine tragfähige Struktur braucht, wurde schon anfangs ein gemeinnütziger Verein gegründet, der beim Amtsgericht Rheinberg eingetragen ist und vom Finanzamt in Moers die Gemeinnützigkeit zuerkannt bekommen hat. Parallel dazu wurde ein Förderkreis ins Leben gerufen, der das Geistliche und Kulturelle Zentrum Kloster Kamp auch seinerseits finanziell unterstützt.

Übrigens: Wir zählen zu den Unterstützern der Initiative, die unsere Stadt zur Fairtrade-Town machte und am 18. März 2017 mit der entsprechenden offiziellen Anerkennung belohnt wurde. Für uns ein Ansporn, uns weiter für faire Verhältnisse einzusetzen.

Gründung von Neuem

Ein kleiner Trägerverein aus 9 engagierten Privatpersonen legte den Grundstein für das neue Leben "auf Kamp". Ihm stehen derzeit Pfarrer Karl Josef Rieger (Vorsitzender), Dr. Christoph Müllmann (stellv. Vorsitzender) und Albert Pellkofer (Schatzmeister) vor. Nach den Gründungsjahren unter der Ägide von Annerose Schmitz ist seit März 2013 Dr. Peter Hahnen (Theologe, Kinderkrankenpfleger und Kulturmanager) Leiter unseres Hauses.

Ein zügig hinzugegründeter Förderkreis unterstützt die Arbeit ideell und finanziell.

Das Bistum Münster, die Stadt Kamp-Lintfort und der Kreis Wesel geben Zuschüsse, die unseren Jahresetat etwa zur Hälfte decken.

Die andere Hälfte erwirtschaften wir durch Einnahmen aus Laden, Führungen, Gastveranstaltungen und durch kleine und große Spenden.

Die Zielsetzung

  • Menschen bei der Suche nach dem Sinn des Lebens zu begleiten
  • Menschen auf ihrem Glaubensweg zu begleiten und dazu beizutragen, dass der Glaube in unserer Zeit lebendig bleibt und auf neue Weise erfahrbar wird
  • Menschen die Begegnung mit Kultur aus Vergangenheit und Gegenwart, zu ermöglichen
  • Menschen bei der Entdeckung und Entfaltung ihrer Kreativität zu unterstützen
  • Räume zu öffnen für Begegnung mit sich selbst, mit anderen und mit Gott


Die Gründungsmitglieder übernahmen mit viel Engagement die Verantwortung für das neue Zentrum. Das Bistum ermutigte die Mitglieder, in Verbindung mit der Kirchengemeinde die ersten Renovierungsarbeiten im Erdgeschoss des früheren Klosters durchzuführen, um auch das Gebäude für diese neue Aufgabe auszustatten.

 

Aufgabe - täglich neu

Die oben formulierten Ziele werden ständig neu mit konkreten Inhalten und Angeboten umgesetzt:

  • Die Sonntagsvesper wird regelmäßig um 17.00 Uhr in der Abteikirche gebetet.
  • An jedem 13. eines Monats gibt es die Segensandacht um 18.30 Uhr, bei der auf Wunsch auch ein persönlicher Segen gespendet wird.
  • Wir laden Gruppen und Verbände zu Besinnungs- oder Einkehrtagen ein.
  • Auch vielfältige Seminare für unterschiedliche Zielgruppen werden durchgeführt werden.
  • Angebote in Kontemplation, Meditation und Yoga (seit 2013 auch Kinder-Yoga) sind geschaffen.
  • Die Gastfreundschaft der Mönche findet ihre Weiterführung im Klostercafé, das wir als Spenden-Café führen. Das heißt: Wir kassieren nicht, sondern nehmen nach dem Genuss frischer Kuchen Ihre Spende entgegen.
  • Monatliche kulturelle Angebote („Abende für Genießer") nehmen die Ganzheitlichkeit von Kultur für Körper und Geist in den Blick.
  • Interessante und spannende Kunstausstellungen beleben das Museum Kloster Kamp und Gewölbekeller.
  • Spirituelle und kulturelle Vielfalt richtet sich an unterschiedliche Zielgruppen. Bewährtes wird erhalten und gefördert, Offenheit für Neues bleibt jedoch auch wichtig.
  • Unser Klosterladen bietet ein breites Sortiment an Schriften, Kunsthandwerk und originalen Produkten aus der Klosterküche. Unsere Auswahl z. B. an Osterkerzen hat sich herumgesprochen.

 

Und das Geld?

Sämtliche Einnahmen dienen der Refinanzierung unserer Arbeit und sichern die Zukunft des Zentrums Kloster Kamp.

Zahlreiche Sponsoren haben in den vergangenen Jahren das Zentrum punktuell unterstützt, dazu zählt auch die Sparkasse Kamp-Lintfort und die Sparkassenstiftung, die Volksbank und der Rotary-Club, sowie zahlreiche Wirtschaftsunternehmen in der Stadt und Einzelspender.


Allen gemeinsam liegt die Fortentwicklung des Geistlichen und Kulturellen Zentrums Kloster Kamp am Herzen.

Der wahre Schatz

Besonders stolz ist das Zentrum auf mittlerweile gut 100 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die sich sowohl im Spenden-Café und Klosterladen, bei Führungen, wie auch im Museum und der Begleitung der Kunstausstellungen (auch in der Orangerie) engagieren. Diese Menschen aus Stadt und Region sind unsere wirklichen "Klosterschätze". Sie tragen den guten Geist des Klosters weiter an Besucher und Gäste, die inzwischen so zahlreich kommen. Das Kloster ist mit wenigen Ausnahmen an 7 Tagen der Woche geöffnet, wie im übrigen auch die Abteikirche. Ohne die Unterstützung der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wäre eine solche Dienstleistung nicht möglich.

2009 konnten 510 Veranstaltungen durchgeführt werden, mit über 15.000 angemeldeten Besuchern. 36 Besinnungstage wurden durchgeführt und über 300 Führungen. Im Jahr 2014 stieg die Zahl der angemeldeten Besucher erstmals auf über 30.000 an.

 

Raum ist genug

Im Rokokosaal kann an mehreren Tagen im Jahr (meist am ersten Samstag im Monat) standesamtlich geheiratet werden und die Kamper Konzerte und das Kammermusikfest Kloster Kamp haben einen ausgezeichneten Ruf wegen der hohen Qualität und des stimmungsvollen Veranstaltungsortes. Der Raum kann auch für Tagungen gebucht werden.

Das sanierte Obergeschoss bietet einen wunderschönen, Licht durchfluteten Meditationsraum und moderne Seminarräume. Inzwischen werden diese Räume fast täglich genutzt.

Der grundsanierte Gewölbekeller lädt besonders die Kunstinteressierten ein. Allein 230.000 € wurden hier vom Zentrum investiert, auch für neue Sanitärräume. „Dieser Ort hat eine besondere Ausstrahlung", erzählen uns viele Besucher und zahlreiche Künstler fragen an, ob sie dort ihre Werke ausstellen können; in strahlendes Licht getaucht oder bei Kerzenschein. Das Gewölbe bietet eine ganz eigene Atmosphäre.

 

Nicht(s) ohne Grund

Das Zentrum übernimmt vielfältige Aufgaben für Fortbildung und spirituelle Angebote. Sie wirken in Kamp-Lintfort und weit darüber hinaus. Die Leitlinien des Pastoralkonzeptes der Pfarrei St. Josef (Kamp-Lintfort) sind uns dabei wichtige Richtschnur:

  • Wir sind von Gott begeistert, und stecken andere damit an.
  • Wir sind für alle Menschen da, einladend und offen.
  • Für uns sind alle Menschen gleich wertvoll und wir sind solidarisch mit denen, die Unterstützung und Begleitung brauchen.

So ist etwa unsere Arbeit in der Trauerbewältigung ein wichtiges Beispiel für kompetente und hilfreiche Begleitung in dieser Zeit. Wir beteiligen uns aber auch an den Kulturprojekten der Stadt Kamp-Lintfort, an der Ruhr2010, der NachtSchicht 2013, den Literaturtagen und natürlich bei der Landesgartenschau 2020. Wir sind froh über die finanzielle Unterstützung unseres Museums durch die Stadt Kamp-Lintfort, das Bistum Münster und den Kreis Wesel.

Wir laden alle Menschen ein, uns zu besuchen und selbst zu entdecken, wie das Kloster Kamp heute ausgerichtet ist: einladend, spirituell, kulturell und lecker.